Komplett!
Morgens 9:45 war Aufbruch angedacht. Da ich aber quasi fürs ganze WE planen musste und an so einiges denken musste, war mein Rucksack entsprechend gefüllt und konnte den Zeitplan nicht ganz einhalten. Das Wetter war toll. Sonnig, unbewölkt und schon relativ warm um diese Zeit. Auf dem Weg zum Bus musste ich nochmal umkehren... Beauty-Beutel vergessen... D'oh! Lisa und Ulrike warteten schon an der Bushaltestelle, als ich in die entsprechende Straße einbog. Der Bus stand auch schon da. Heißt: Rennen! Ging aber nochmal alles gut. Mit diesem fuhren wir dann auch nach Sintanjin zum Bahnhof (nördlich von Daejeon, 15 min Busfahrt). Von dort aus weiter mit dem Zug, leider kein KTX, sondern Saemaul oder Mugunghwa (ICE Koreas). Hierfür mussten wir Sitzplätze im Voraus buchen, sonst hätten wir die ganze Zeit stehen müssen. War auch ziemlich gut gefüllt.... Der KTX basiert auf TGV-Technik und wurde zunächst in Frankreich gefertigt, bevor dann später auch eine Produktion in Korea begann. Korea war damit asiatischer Vorreiter. Mit weit mehr als 300 km/h kann man so bequem in etwa 2,5 Stunden von Seoul nach Busan brettern. Auch Daejeon hat eine KTX-Anbindung. Hätte für uns aber keinen Vorteil gehabt, da wir erst mit dem Bus nach Daejeon Old Downtown hätten fahren müssen, was auch eine Stunde dauert...
Am Bahnhof in Seoul hat uns unsere Kollegin Jeonghwa abholt. Trotz so vielen Leuten seien wir wohl recht einfach zu finden gewesen :D Bei ihr konnten wir auch unser Wochenendgepäck abladen und dann mit der Tour beginnen. Auf dem Weg in die U-Bahn kamen wir auf einem Wochenmarkt vorbei. Der Kollege hier unten zeigt, wie hier traditionell Ddeok, also Rice Cake, gemacht wird. War körperlich ne riesen Arbeit. Ähnlich wie bei uns früher die manuelle Butterherstellung. In der Station trafen wir noch Freunde von Jeonghwa und begaben uns auf Nahrungssuche. Aber so viele Franchise-Ketten überall... Basket Robbins, Angel-in-us Coffee, echt überall das gleiche. Daejeon und speziell Techno Valley scheint also diesbezüglich erschlossen zu sein :)
Da wir Tickets für die Führung des Secret Gardens am Chandeok Palace reserviert haben, hatten wir keine Zeit mehr noch großartig Mittag essen zu gehen. Aus diesem Grund gab es Street Food. Das Rote ist Ddeokbokki. Rice Cake in scharfer Soße eingelegt. Dazu frittierte Shrimps, Reisrollen und Tintenfisch(-ringe) und Odeng, Fish Cake am Spieß. Echt zu empfehlen! :-p
In der U-Bahn wurde es dann ein bisschen eng. In Seoul leben mehr als 10 Mio. Menschen. Tagsüber befinden sich wahrscheinlich die Hälfte davon in der U-Bahn :) Festhalten brauchten wir uns nicht. Und die Zugtüren gehen einfach zu, wenn der Fahrer der Meinung ist es sei voll genug. Ohne Rucksicht auf Verluste und OHNE "Wieder-Aufgeh-Automatik-bei-Widerstand". Zack, war ich ausgesperrt und sah meine einzigen Kontaktpersonen in Seoul nur noch durch die Scheibe. "shit, shit, shit"! Die Tür ging zum Glück nochmal auf. War aber schon ne komische Situation. Das ist wahrscheinlich die einzige Sache, in der Koreaner mal die Ellenbogen ausfahren.
Jetzt stand Sight-Seeing ganz oben auf der To-Do-Liste. UNESCO wählte den Changdeokgung, also Chandeok Palace als Weltkulturerbe. War also ein Grund dort hin zu gehen. Der Palast stammt aus der Joseon-Dynastie (1392 bis 1897), ist einer von 5 noch erhaltenen Palästen und liegt östlich des Gyeongbokgung, welcher der erste und größte Palast dieser Dynastie ist. Der letzte König Koreas, König Sunjong, hatte dort quasi seinen Hauptwohnsitz, der noch bis 1989 von seinen Nachfahren und Familienangehörigen genutzt wurde. Er ist in 3 Bereiche gegliedert: Wohnbereich, Verwaltungsbereich und Garten.
Das hier ist lediglich das Eingangstor.
Click it!
Das hier ist der Palast selbst. Er hat einen riesigen Hof mit aneinander gereihten Steinen. Diese sagen aus, wie weit sich ein Besucher dem König nähern darf. Es gab verschiedene Stufen, auf denen sich die Menschen damals befanden. Je höher, desto näher durften sie dem König treten.
Ein Blick ins Innere...
Als nächstes gab es eine Führung durch den Secret Garden. Leider komplett koreanisch, da wir die Englisch-Führung 14:30 verpasst haben. Der Garten taugte als Rückzugsmöglichkeit für den König und beherbergte eine Bibliothek, viele kleine Pavillons und viele seltene Pflanzenarten.
Bibo...
Hong and me...
Der Dude steht nicht im Secret Garden...
Im Anschluss unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang in Hanok Village, einem Stadtteil, der relativ traditionell aussieht. Leider haben wir auch nicht sooo viel davon gesehen. Dafür tranken wir einen Tee nach koreanischer Art in einem traditionellen Teehaus. Dazu gab es Red Bean Paste, eine Art Puddingsuppe aus Bohnen...sollte sweet sein, war es aber nicht :/
Das wars an diesem Tag schon mit Sight-Seeing. Mit dem Taxi fuhren wir wieder zu unserer "Gepäckstation" und Jeongwha zeigte uns, wie wir zum Treffpunkt mit den anderen Kollegen kommen. Das hieß wieder U-Bahn fahren. Jay, Doyeon und ebenfalls Hong (rechts im Bild) empfingen uns an der Gangnam-Station und wir suchten ein Lokal auf, in dem wir den Abend mit koreanischem Essen und Makeolli, dem erfrischenden koreanischen Reismost, ausklingen ließen. Die Innenstadt bleibt uns für ein anderes Wochenende... Seoul hat ja noch einiges zu bieten.
Mit dem Bus fuhren wir dann ca. halb 2 nach Seongnam, in den Bezirk Bundang-gu, einer sog. Satellitenstadt von Seoul, in der JaysTefal-Elektrogrill :) natürlich mit Suppe und Reis, dazu Salat. Wir unterhielten uns echt gut. /Die Familie hat viele Jahre u.a. in den USA gelebt; Kommuniaktion war also problemlos möglich/. Ich hoffe sie konnte unsere Schoki als Dankeschön genießen.
Außerdem hat Jays Familie eine Hundin. Das 30cm große Wollknäuel war ganz schön aufgeregt, als wir zur Tür reinkamen. Und so glattes Parkett ist auch ein bisschen schwer für so ein agiles Tierchen... hin und her, hin und her... vor aber immer erstmal 5 Schritte auf der Stelle, bevor der Grip einsetzt :D Herrlich!
Am nächsten Morgen wollten wir Tickets für die Rückfahrt buchen... alles weg. Blieb uns nur noch der Bus. Nochmal in die Innenstadt von Seoul, wieder zurück, und dann mit dem Bus nach Daejeon wäre zu umständlich gewesen. Deshalb entschieden wir uns für das Folk Village südlich von Seoul bei Suwon. Dort befindet sich ein traditionelles Dörfchen mit allerlei altem Handwerk, Austellungen und sogar einem Amusement-Park.
Die Kollegen zeigten uns, wie sie koreanische Süßigkeiten herstellen. Aus einem Honigklumpen formen die einen Ring und dehnen diesen. Danach wird genau der so oft zusammengelegt und gefalten, bis hauchdünne Fädchen übrig bleiben. Puderzucker verhindert ungewolltes zusammenkleben. In die Mitte kommt ne Nuss... oder ähnliches. Beide waren ziemlich unterhaltsam mit ihrer Performance. Im Mund zerfällt das trockene Etwas teilweise, der Großteil verursacht aber fast eine Staublunge :) Am Ende ist es halt viel Zucker mit Nuss.
Das Dorf hatte am Ende der Kirschblütenzeit noch schöne Plätzchen zu bieten. Die letzten Blüten zeigten ihre Pracht.
Hier sieht man, wie Tee angebaut wird. Das ist übrigens immernach so. Der Acker wird vor der Sonne geschützt, heute aber mit Stoffplanen, die relativ schnell auf- und abzubauen sind.
Ich weiß leider nicht, welche Beziehung das Schweinchen zu Korea hat, aber auch im Folk Village werden diese Figuren geschnitzt. In Daejeon neben der EXPO-Brücke stehen ja wie schon erwähnt die Blumenkästen in gleicher Gestalt :)
Dieser Auftritt war ziemlich lustig. Neben Getrommel und Getanze konnte man die unnatürlichen Kopfbewegungen der Tänzer beobachten. Sie hatten seltsame Antennen am Hut, an deren ein Band befestigt war, welchem in Takt bewegt wurde... aber einheitlich von allen! Cool!
Hier versuch ich auf die Enten unter der Brücke zu deuten... sieht man die eigentlich?
Hier nochmal zum Beweis :D
Diese koreanischen Süßigkeiten sind schon etwas seltsam. Entweder total übersüß, oder teilweise nach nichts schmeckend... Hier hab ich mir nen Beutel voller Honig-Reis-Luft-Waffeln gekauft. Außen mit weißen nach nichts schmeckenden Bröseln, dann eine Honigschicht und innen so eine Art Reisschaum... war OK :) Im Dorf gab es noch jede Menge anderer Candys und Sweets. An jeder Ecke konnte man einen Taler loswerden.
Welch Drahtseilakt...oben und unten ^^
Er hatte so einiges auf dem Seil drauf. Leider erzählte er nach jedem Hin und Her immer erstmal nen koreanischen Schwank, was für mich natürlich jetzt nicht sooo lustig war :)
Traditionelle koreanische Hochzeit. Die beiden haben ihr Gelübte erneuert...
Am Ende konnte man noch seine Wünsche auf einen Zettel schreiben und an den Steinhaufen binden. Ein oder zweimal im Jahr, wird der dann angezündet und die Wünschen sollen in Erfüllung gehen.
Zum Abendessen gab es japanische Nudeln, hausgemacht, bevor wir mit dem Bus in Richtung Daejeon aufbrachen. War ein anstrengendes, aber sehr kulturelles Wochenende. Nächstes Mal sehe ich vielleicht mehr von der Innenstadt von Seoul :)
