Fuer Montag war eigentlich geplant mit ein paar von den Kollegen Abendessen zu gehen. Leider hat das nicht geklappt, weil alle so busy waren. Deshalb hiess es diese Woche oefter wiedermal: kim bab company restaurant (food for free^^). Im Bus nach hause trafen wir Dienstag wieder Jang, einen weiteren Praktikanten. Ausserdem gesellte sich unser Busfahrer auch zu uns:). Nach nem kulinarisch extrem harten Tag goennte ich mir wiedermal cheese don ga su (mit Kaese gefuelltes "Schnitzel" unter Curry Sosse, dazu Salat). Jang orderte ziemlich scharfes Schweinegeschnetzeltes auf Reis...ich konnte foermlich den Dampf aus seinen Ohren sehen, seine Nase lief waehrenddessen ununterbrochen, sein Gesicht wechselte die Farbe :) //persoenliche Notiz: eher nicht bestellen!//
Ja dieser Busfaher scheint ein lustiger Typ zu sein, jedoch quatscht er einen die ganze Zeit koreanisch an. Und Jang hat bisher ein paar Probleme mit Englisch. Von daher eher ungünstig für mich.
Auf Arbeit lief die Woche eher schleppend an, weil keiner fuer mich Zeit hatte. Kurz vor Monatsende sind die Kollegen immer extrem gestresst. Hab versucht meine Koreanischkenntnisse auszubauen, allerdings ohne grossen Erfolg. Die Sprache ist komplett anders! Es gibt zum Beispiel keine 1. Person Singular (=Ich). Wie die da verstaendlich miteinander kommunizieren ist mir bisher sowieso unklar...ich versteh ja kein Wort, wenn die sich unterhalten. Vokabeln lernen ist auch ziemlich schwierig. Alles scheint nur eine willkuerlich aneinander gereihte Silbenfolge. Da brechen alle Eselsbruecken ein. Und wenn ich mal ein Woertchen Koreanisch raushau, wird es auch nicht verstanden, weil die Betonung IMMER falsch ist (siehe Beispiel Lotte Mart: klingt wie Kurzformen zweier mitteleuropaeischer Vornamen; aber wenn man das nicht etwa so ausspricht, versteht dich hier keiner: Loddää Maaaaaaaadd) ^^
Ich hatte irgendwie wenig Schlaf abbekommen, aber als Hyosung (der Kollege aus dem Controlling Team, der auch in der OneBar wohnt) Dienstagabend vor meiner Tuer stand und gefragt hat, ob wir ein Bierchen trinken gehen, hab ich natuerlich zugesagt. Destination war eine Art Sportsbar mit vielen internationalen Biersorten und "deutschen Snacks". (BTW: Die landlaeufige Meinung ist, wie soll es anders sein, dass alle Deutschen nur Wurst essen und Bier trinken :)) Das sah dann in etwa so aus:
...und war: gebratene Wiener und ein Ansatz von Roster (ja, bei uns heisst das Roster, nicht Bratwurst oder sonst wie) ohne Pelle mit suessem Senf, dazu Ketchup, Dip, saure Gurken und Pommes. Der Salat war ziemlich gut! Links seht ihr einen Knopf. Der ist zum Rufen des Kellners. So ist nahezu jedes Restaurant oder Pub ausgestattet, obwohl die Tische einfach und rustikal aussehen. Achso...auch das grüne da auf dem Teller war ne Wurst :) Ich unterhielt mich ziemlich gut mit Hyosung. Hatte belgisches Weißbier: Hoegaarden...ganz OK, und Hite^^. Am nächsten Morgen war wie jeden Tag 7:10 Abfahrt vor Paris Baguettes, eine von tausenden von Franchise Ketten, in der "Teig- und Süßwaren" verkauft werden, aber irgendwie...keine Baguettes. Geschweige denn Brot! Hier gibts ja nur Reis ;)
Übrigens hier mein neuer Klingelton. Leider ruft mich hier in Korea keiner an :) Cha Duri macht Werbung für ein Leberpräparat *lol* Gan Dde Mu Niya. Heißt: Because of the liver...und der riiiiiesige Mund. hehehe
Ich war auch mal kurz zu Besuch bei Jay. Da lagen u. a. seine Army-Klamotten rum. Schon komisch hier mit dem Pflichtwehrdienst. 2 Jahre lang und die nächsten 6 Jahre dreimal pro Jahr zur theoretischen Auffrischung. Ach und als Dankeschön gibt es 20.000 Won monatlich. Das sind satte 13 Euro...wowowow
Beim Einkaufen stoße ich hin und wieder auf deutsche Produkte. Aber auch mit Glas ist das nicht gerade ein Sonderangebot für 3 Flaschen.
Am Mittwoch waren wir abends Shabu-Shabu essen. Das ist wirklich lecker und kriegt von mir 5 von 5 Sterne. Hat etwas von Event-Cooking... eingerollte Rindfleischscheiben, Gemüse, Ricecakes und Maultaschen (mandu) werden in der Gemüsebrühe gekocht. Dazu gibt es Salat. Wenn alles Fleisch und Gemüse aufgeschmaust ist, werden im Wok Reis, Ei und Gewürze angebraten/angekocht und jeder erhält ein Schälchen. Wasser for free und Sansachu (traditioneller Reiswein) rundeten das Menü ab.
Wir zogen weiter in eine kleinere Bar. Jonghwi (nicht auf dem Bild zu sehen) wollte mit uns allen noch Soju trinken. Der gilt hier als Schnaps, ca. 20 %ig. Schmeckt etwas wie ein 1:1 Ouzo-Wasser-Gemisch. Für europäische Zungen aushaltbar. Jonghwi hatte ordentlich Zug, unter der Woche kann ich mich aber zurückhalten :) Ihm war am nächsten Morgen auch nicht so dolle...
Side-Snack war yook hui [juk haei], Rindfleischgehacktes mit Ei, Zwiebeln, Pfeffer und Salz. Aber nicht ganz Hackepeter ^^ eher in Streifen geschnitten, als durch den Wolf gezogen. War gut, aber recht teuer.
Diese Woche waren auch Kollegen aus einem anderen Standort in Korea zu Gast, die ließen Süßes springen..hehehe. Allerdings war ich nach dem ersten Bissen wiedermal schlauer als vorher. das angebissene Stück "Kuchen" in der Mitte bestand aus einem grünen trockenen Etwas. Not Sweat. Das hör ich hier andauernd, wenn es scheinbar Kuchen, Kekse o.ä. gibt :/
Der Muffin im Hintergrund hat aber wenigstens so geschmeckt, wie er aussah. Köstlich! :) Nach einem Fisch-Reis-scharfes-Gemüse-Frühstück-mit-Algensuppe ist tangiert mich mein Zuckerhaushalt peripher.
Unter der Woche konnte ich auch noch ein Konto einrichten. Einmal täglich kommt eine Dame oder ein Herr von der Woori [uuri] Bank. Geld tauschen war auch problemlos, aber sehr undeutsch: Ohne jede Bestätigung oder Unterschrift nahm sie mein Geld entgegen, packte ihre Sachen zusammen und verschwand ohne mir gar den Wechselkurs zu nennen. Wie angewurzelt und starr vor der fehlenden Bürokratie sah ich ihr nur hinterher. "It's OK, she will bring your exchanged money tomorrow at the same time." meinte ein Kollege. Und tatsächlich, am nächsten Tag erhielt ich mein getauschtes Geld zu einem guten Kurs...mit Beleg :)
Meine Auslastung hat sich auch linear gesteigert. Im Laufe der Woche haben mir meine Kollegen noch einige nützliche Termine arrangiert. Nebenbei konnte ich ab und an versuchen einen Plan fürs Wochenende zu erstellen. Es war ja Seoul angedacht. Problem 1: Seoul ist zu groß. Problem 2: Es gibt zu viel zu sehen für ein Wochenende...oder zwei...oder viele. Man weiß einfach nicht, wo man anfangen soll. Jeder Reiseführer empfiehlt eine andere Sehenswürdigkeit. Jeongwha [tschongha], eine Kollegin (links auf dem shabu-shabu-Bild) stellte sich für Samstag als Guideperson zur Verfügung und buchte mit uns Tickets für Zug und Chandok-Palace. Zusammen mit ihr einigten wir uns auf die Schnittmenge aller empfohlenen Sehenswürdigkeiten: erstmal UNESCO Weltkulturerbe, dann mal weitersehen.
Freitag Abend gab es zur Feier des Tages eine Pizza. Als Jang und ich vor einer Pizzabude in der Nähe des company restaurants standen, kam der Busfahrer hinzu. Nach etwas hin und her erzählte mir Jang, dass er uns empfehle eher zu Domino's Pizza einen Block weiter zu gehen. Dort angekommen, wer kam ums Eck: der Busfahrer. Mit viel zu dickem Belag, Gewürzgurken als Side Dish, Chili-Dip und Knobi-Mayonnaise waren wir 3 fürs erste gesättigt. Ja... der Busfahrer... ein lustiger Typ. Er ist so lebhaft, enthusiastisch und hat mir so viele Dinge erzählt... leider hab keeeeein Wort verstanden :) Jang übersetzte ab und zu, aber nur Bruchteile. Gelacht wurde aber viel. Tog-il oder tog-il-ui ist das einzige, was ich immer raushöre... das heißt Deutschland bzw. Deutscher. Auch in der Kantine schnapp ich immermal das Wörtchen auf... hehehe.
Abschluss der Woche war im Lotte Mart. Wie schon erwähnt ist die Produktvielfalt extrem hoch. Und irgendwie hat so ein Baseballschläger etwas anziehendes, wenn man das den ganzen Abend im TV laufen hat...
Comming uop next: Am Wochenende fahren wir nach Seoul... ob das entspanntes Sight-seeing wird? Hab so meine Zweifel, aber die Koreaner (und hier sprech ich mit 3 Wochen koreanischer Berufserfahrung) hetzen ja nicht gerade ;)
(




Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen